Vereinsgeschichte

Versammlung zur Gründung des TCM am 9.1.1976 in dem Nebenzimmer des Brauereigasthofes Leicht.  An der Gründungsversammlung hoben die nachstehenden 13 Teilnehmer den Verein aus der Taufe:

Peter Assländer, Luitpold Bögner, Dr. Wolfgang Böttner, Herbert Engelhardt, Günter Förster, Kurt Oltsch, Dr. Ottmar Oppelt, Toni Schneider, Erich Tröger, Jürgen Vogt, Frau und Herr Wargau, Clemens Wolfschmitt.

Gewählt wurden:

1. Vorstand, Dr. Ottmar Oppelt

2. Vorstand, Dr. Wolfgang Böttner

3. Vorstand, Toni Schneider

Seit einem Vierteljahrhundert bereichert der Tennisclub das sportliche Angebot in der Großgemeinde Memmelsdorf.

Erst heute, nach so langer Zeit , wird deutlich, welche sportlichen und vor allem gesellschaftlichen Auswirkungen der Verein für die vielen Neubürger brachte. Schon beim Bau der Tennisanlage, die überwiegend in Eigenleistung erstellt wurde, entstand eine Gemeinschaft, in der Freundschaften und Bekanntschaften geknüpft wurden. Das Gefühl, in einem fremden Ort zu wohnen, gab es für diese Neubürger nicht. Auch für die „Memmelsdorfer“ waren diese Mitglieder niemals Fremde.

Was sie vielleicht nicht wissen: Der Tennisclub wurde am 9. Januar 1976 gegründet in der Hoffnung, irgendwo bald ein geeignetes Gelände für Tennisplätze zu finden.

Daraus sehen Sie, der Optimismus war grenzenlos.

Den Gründern des Tennisclubs wurde vorher angeboten, als Abteilung des Sportvereins auf den Bau des Sportzentrums in der Schmittenau zu warten, der damals erst angedacht war. Nicht nur die Überschwemmungsgefahr, auch die ungewisse Dauer bis zur Erstellung war Anlass, einen eigenen Club zu gründen. Außerdem war einigen der Gründer, die schon Tennis spielten, bewusst, dass in relativ geringer Dorfnähe eine Erlaubnis zum Tennisspielen nicht erteilt wird. Weil Tennisspielen nicht geräuschlos mit „Schalldämpfern“ möglich ist, sollte also ein Gelände im gebührenden Abstand, aber auch nicht kilometerweit entfernt sein.

 Bauphase

Nach vielen Erkundigungen und Ermittlungen wurde plötzlich ein unschönes, fast hässliches Areal an der Pödeldorfer Straße entdeckt. Unansehnlich deshalb, weil die ehemalige Sandgrube seit Jahren als Abraumhalde benutzt wurde. Da türmten sich Baumstümpfe, Mauerreste, Steine und Erdhaufen, die alle paar Jahre aufwendig eingeebnet werden mussten. Da alle anderen Versuche hinsichtlich Geländesuche gescheitert waren, wurde trotz der widrigen Umstände diese kostenträchtige Möglichkeit angepeilt, denn der Standort war optimal.

Um eine Mehrheit im damaligen Gemeinderat zum Erwerb dieses Geländes zu bekommen, waren viele Einzelgespräche nötig. Plötzlich wurde aus dem Gemeindeeigentum, das jedem Vorbeifahrenden einen trostlosen Anblick bot, ein wertvolles Industriegelände, das man nicht verschleudern durfte.

Nicht nur uns, sondern auch den Gemeinderäten stellte sich die Entscheidung: pachten, kaufen, – verpachten, verkaufen oder Erbbaurecht! Weil uns die Gemeinde beim Kaufpreis sehr entgegenkam, wurde nicht lange gezögert. Die Hälfte der Kaufsumme konnte als Zuschuss gewährt werden. Ohne dieses Entgegenkommen wäre der Kauf nicht möglich gewesen, denn wir mussten einige tausend qm mehr erwerben. Begründet wurde dies damit, dass nur eine Grundstück-Nr. dies gebot und die verbleibenden Restflächen schlecht verwertbar erschienen. Die Freude über den relativ günstigen Erwerb hielt sich allerdings in Grenzen. Über das angestrebte Gelände führte eine 20KV-Stromleitung zur Noteinspeisung Memmelsdorfs, unter der Tennisspielen nicht erlaubt war. Da wir uns mit der späteren kostenlosen Benutzung unserer Plätze durch die Tennisabteilung der EVO nicht einverstanden erklärten, mussten wir ca. 5.000 € für die Verlegung bezahlen.

Erst jetzt war es möglich, über die Kosten der Plätze selbst, wie Unterbau, Drainage, Regneranlage, Netze, Umzäunung, Parkplätze, nachzudenken. Auch ohne Clubhaus mit Umkleideräumen, Duschen, Küche, Wirtschaftsraum war ein Tennisbetrieb überhaupt nicht möglich. Schnell kristallisierte sich heraus: Wir sind in der Lage, fast alles selbst zu erstellen. Architekten, Hochbau-, Tiefbau-, Elektroingenieure und Fachleute aus allen Berufen machten dies möglich. Mit nicht geringen Aufnahmegebühren, Bauumlagen, Beiträgen und Spielgeldern konnten die Kredite relativ klein gehalten werden. Es fielen, wie gesagt, fast nur Materialkosten an, die zu finanzieren waren.

Brotzeit

Ein schier unlösbares Problem schien die preiswerte Beschaffung von riesigen Mengen Wassers, die nun mal zur Bewässerung von 6 Sandplätzen benötigt werden. Die Versorgung aus dem Ortsnetz kam nicht in Frage. Nicht nur die Anschlussgebühr – wir siedelten außerhalb des Ortsnetzes – war indiskutabel, ebenso kostbares Trinkwasser. Da half ein kleines Wunder in Form eines Wünschelrutengängers, dessen Prognose zu einem unerschöpflichen Brunnen führte. Die dafür aufzuwendende Summe hat sich in den 25 Jahren schon mehrfach amortisiert. Gegen einigen Widerstand wurden gleich zwei Druckbehälter gekauft, die bewirken, dass sich die teure Pumpe seltener einschaltet, weshalb sie immer noch problemlos ihren Dienst tut. Aber all das wäre trotzdem zum Debakel geworden, wenn das geförderte Nass nicht Trinkwasserqualität gehabt hätte. Erst bei der Prüfung für unseren Wirtschaftsbetrieb erfuhren wir, dass auch zum Duschen Trinkwasserqualität vorgeschrieben ist. Ohne diese beiden Glücksmomente hätten die Investitionen in die gesamte Tennisanlage den Kostenrahmen gesprengt.

Nun wissen Sie auch, warum sich der Tennisclub ein wenig ins „Abseits“ stellen muss und nur ein Transparent auf die wunderschöne Anlage hinweist. Trotz dieser ortsfernen Lage waren zu Beginn in Memmelsdorf-Süd die typischen Geräusche des Tennisspiels, besonders in den Abendstunden, zu hören. Ein schnell angelegter doppelter Grüngürtel bewirkt nicht nur die komplette Geräuschisolierung, sondern er verhindert auch, wie bereits erwähnt, die „Ein“-Sicht auf uns und unser Vereinsleben.

Übrigens: Ein Teil unseres etwas zu großen Geländes wird seit zwei Jahren durch den SC Memmelsdorf genutzt, der als Hauptsportart Volleyball betreibt. Auf unserer Anlage können Sie weitab vom „Meeresstrand“ Beach-Volley-Ball auf zwei herrlichen Sandfeldern erleben. Ein weiterer Grund, einmal an der Pödeldorfer Straße bei uns hinter die „grüne Kulisse“ zu schauen.

Dieses Kapitel der Vereinsgeschichte konnte nur ein Gründungsmitglied, speziell der erste Schatzmeister, für Sie aufschlagen.

Vielen Dank an Toni Schneider!

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